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"Yfir kaldan eyðisand ..." Hochland "Erfahrung"
Warum diese Homepage? Die Tagebücher
Warum allein? Zur Person

"Yfir kaldan eyðisand ..."

Yfir kaldan eyðisand.

Yfir kaldan eyðisand
einn um nótt ég sveima.
Nú er horfið Norðurland
nú á ég hvergi heima.

"Über kalten Wüstensand ..." lautet die erste Zeile eines Gedichtes von Kristján Jónasson (1842-1869), die ich mir als Titel für diese Seite ausgeliehen habe. Es ist nicht bekannt welche Gegend des Hochlandes der Dichter meinte. Vielleicht gar keine bestimmte sondern nur das Hochland als solches.
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Hochland "Erfahrung"

Bevor ich das Hochland zum ersten mal zu Fuß bereiste habe ich es drei mal mit dem Geländewagen durchquert. Der Eindruck war groß aber dennoch blieb das Gefühl, daß sich mir diese Landschaft entzog und auf eine ganz unbestimmte Art "nicht zu fassen war". Faszination mischte sich beim Blick durch die Windschutzscheibe mit Ratlosikeit und auch wohl etwas Urangst vor dieser unfassbaren Weite da draußen. Selbst aus dem fachlichen Blickwinkel des Geographen hatte ich Schwierigkeiten mit dieser Landschaft. Sie war mir zu ungewohnt, zu fremd und mit nichts mir vertrautem zu vergleichen. Das Hochland ließ mich nicht mehr los, aber ich hatte keinen Zugang.
Bei einem Flug mit herrlichem Blick über das winterliche Hochland fand ich den doch so naheliegenden Schlüssel. Die Dimension dieser Landschaft ist nicht die Entfernung, gemessen in Kilometern, sondern die Zeit die man braucht um sie zu durchqueren! Man muß sich auf diese Landschaft einlassen - langsam, ohne Eile. Der Mensch ist Fußgänger und nur zu Fuß kann man diese Landschaft richtig und mit allen Sinnen erfahren - ganz einfach, Schritt für Schritt. Mit der Geschwindigkeit, auf die unser ganzes Wahrnehmungssystem eingestellt ist - die des Fußgängers.
In der isländischen Sprache hat sich die Mehrfachbedeutung des Verbs "fara" (= gehen, fahren, reisen) noch erhalten während im modernen Deutsch sich die Bedeutung von "fahren" zunehmend auf eine Fortbewegung mit technischen Hilfsmitteln (Schiff, "Fahr-"zeug) beschränkt. Eine Reise zu Fuß, eine "Erfahrung" im jedem Sinne des Wortes?
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Warum diese Homepage?

Island ist mehr als nur der "Golden Circle", mehr als nur "Fire and Ice", als "ultimatives Oudooradventure" mit "Riverrafting" und Snowscootertouren. Nicht der "Kick", nicht der "X-Tremesport", keine Erstbegehung, kein Gipfelsieg, sondern das Reisen als elementare Erfahrung und des sich Einlassens auf eine überwältigend starke Natur. Auch das sich einlassen auf Begegnungen mit anderen Menschen und nicht zuletzt mit einem selbst, das soll das Thema dieser Seiten sein.
Über die Reiseberichte hinaus möchte ich in einem Info-Teil meine Erfahrungen auch als praktische Tips an alle Interessierten weitergeben.
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Die Tagebücher

Als Alleinreisender kann man sich mit niemanden Austauschen. Mit meiner ersten Tour begann ich eine Reisetagebuch zu führen um Erlebnisse, Gedanken und Gefühle festzuhalten und nicht zuletzt um aus der Perspektive des "Berichtenden" den "Reisenden" und dessen Entscheidungen zu überwachen. Die vorliegenden Reiseberichte waren also ursprünglich nicht für die Veröffentlichung im WWW gedacht und hätten zu diesem Zweck gekürzt werden sollen. Allein nachdem der erste Kürzungsversuch damit endete, daß er Bericht danach länger war als vorher, ließ mich das Vorhaben schnell wieder aufgeben. Die Schuld für den Umfang liegt also allein beim Autor!
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Warum allein?

Warum ich alleine gehe? Ich kann mein eigenes (langsames) Tempo gehen, brauche niemanden hinterherzurennen, brauche auch auf niemanden warten. Ich muß jede Entscheidung selbst fällen und jedes Risiko selbst abschätzen. Ich kann keine Verantwortung delegieren und jemanden anderen für mich entscheiden lassen oder mich der Entscheidung eines anderen anschließen. Jede Fehlentscheidung ist meine eigene Fehlentscheidung, aus der ich die Möglichkeit habe zu lernen. Es gibt keinen Leistungsdruck und keine Konkurrenz keinen "sportlichen" Vergleich.

Und schließlich ist das isländische Hochland ist einer der wenigen Orte an denen man richtig alleine sein kann. Tage lang, oder eine Woche lang gehen, ohne einen anderen Menschen zu Gesicht zu bekommen, obwohl der Blick ungehindert über hunderte von Quadratkilometern schweifen kann. Kaum ein Reisender über das Hochland kann sich dem Eindruck der grandiosen Weite und Einsamkeit entziehen. Doch nur die wenigsten bekommen mehr als eine schwache Ahnung davon, was das Hochland wirklich ist.
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